CUT Studios
14. April 2026
Ich war persönlich in der Praxis, nachdem ich zuvor mehrfach telefonisch versucht hatte, jemanden zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Schon beim Reinkommen wirkte alles zunächst strukturiert und fast schon einstudiert. Rechts eine ältere Dame, links eine jüngere. Beide sagten nahezu gleichzeitig „Bitteschön“. Reflexartig wandte ich mich an die jüngere Mitarbeiterin, die auf den ersten Blick sehr freundlich und zugewandt wirkte. Leider hielt dieser Eindruck nicht lange. Ich begann, meine Situation zu schildern. Vor wenigen Wochen war ich in der Notaufnahme im Krankenhaus, dort wurde ein Bandscheibenvorfall vermutet. Zwischenzeitlich wurde es besser, doch aktuell haben sich die Beschwerden wieder deutlich verschlimmert. Während ich sprach, merkte ich schnell, dass ich kaum ausreden durfte. Mehrfach wurde ich unterbrochen und noch bevor ich meine Lage vollständig erklären konnte, bekam ich die knappe Antwort, dass Termine erst ab Juli verfügbar seien. Ich blieb ruhig und fragte gezielt nach einer Akutsprechstunde. Daraufhin hieß es, diese gäbe es nur bei bestimmten Symptomen wie Taubheitsgefühlen. Als ich erklärte, dass ich genau solche Beschwerden habe und sich ein Taubheitsgefühl bis ins Schienbein zieht, wurde ich erneut unterbrochen. Dann kam die Frage „Können Sie Ihr ganzes Bein nicht spüren?“ In diesem Moment veränderte sich ihre Mimik auffällig. Die Augenbrauen gingen leicht nach oben, der Blick wirkte prüfend, fast so, als würde sie auf eine ganz bestimmte Antwort warten. Als ich sagte, dass nicht das ganze Bein taub ist, es aber zunehmend schlimmer wird, war für mich spürbar, dass ich in diesem Moment nicht in das Schema passte, das offenbar erwartet wurde. Im weiteren Verlauf nahm das Gespräch eine irritierende Richtung. Die Mitarbeiterin begann, sich wie eine Ärztin zu verhalten, mit einer Selbstsicherheit, als würde sie sämtliche Symptome vollständig einordnen können. Sie sprach nicht nur, sondern unterstrich ihre Aussagen mit ausladenden Gesten, zeigte mit den Händen am eigenen Körper, wie sich bestimmte Beschwerden äußern würden, und beschrieb sehr deutlich, was aus ihrer Sicht wirklich schlimme Symptome seien. Ich habe vieles davon nicht nachvollziehen können und fragte mich, wie sie zu einer so klaren Einschätzung kommen konnte, obwohl ich meine Beschwerden nicht einmal vollständig schildern durfte. Gleichzeitig entstand bei mir der Eindruck, dass sie auch kein echtes Interesse daran hatte, dies zuzulassen. Für mich wirkte es so, als sei die Entscheidung bereits gefallen gewesen, unabhängig davon, wie sich meine Beschwerden tatsächlich darstellen. Es ging nicht mehr darum zuzuhören, sondern eher darum, meine Situation in ein vorgefertigtes Bild einzuordnen. Was mich am meisten enttäuscht hat, war nicht nur die fehlende Hilfe, sondern die Art des Umgangs. Die anfängliche Freundlichkeit wirkte im Nachhinein eher wie eine Oberfläche, hinter der wenig echtes Interesse am Patienten stand. Zuhören, ernst nehmen und gemeinsam eine Lösung finden habe ich in diesem Gespräch vermisst. Nachdem ich die Praxis verlassen hatte, gingen mir viele Fragen durch den Kopf. Habe ich meine Situation falsch eingeschätzt? Sind meine Beschwerden wirklich nicht so ernst? Ich habe daraufhin mit befreundeten Ärzten über den Vorfall gesprochen. Unabhängig voneinander konnten sie die Abweisung und den Umgang nicht nachvollziehen und waren der Meinung, dass meine geschilderten Beschwerden zumindest eine kurzfristige Abklärung oder einen Akuttermin gerechtfertigt hätten. Das war für mich letztlich der Anlass, diese Bewertung zu schreiben. Gerade bei starken Schmerzen und möglichen neurologischen Symptomen hätte ich mir gewünscht, dass man genauer hinschaut oder zumindest einen Blick in den vorhandenen Arztbrief wirft. Stattdessen blieb das Gefühl zurück, nicht wirklich gehört worden zu sein. Sehr schade.