Carmen Bender
01. June 2026
Ich kann mich leider den Lobeshymnen nicht anschließen. Ende 2022 lernte ich Professor Kutzner im Gelenkzentrum in Wiesbaden als sehr empathischen Arzt kennen, der sich bei meiner Untersuchung sehr viel Zeit genommen hat und mir alles sehr gut und ausführlich erklärt hat. Schnell war klar, daß beide Hüftgelenke operiert und ersetzt werden mussten. Durch eine angeborene Fehlstellung und bereits 6 Operationen in der Kindheit war dies nun notwendig. Professor Kutzner konnte anhand der Röntgenbilder sehen und erklären, wie die Umstellungsostheotomie in der Kindheit vorgenommen wurde. Da er mich sehr von sich und seinem Können und Wissen überzeugt hatte, wurde ich Patientin in seiner eigenen Praxis in Mainz und wollte unbedingt von ihm operiert werden. Im Juni 2023 sollten beide Hüftgelenke in einer OP durch TEP ersetzt werden. Angedacht waren 5 Tage Klinikaufenthalt und anschließend ambulante Reha. Letztendlich konnte am OP Tag nur eine Hüfte operiert werden. Erst die dritte implantierte Hüftpfanne hielt und musste während der OP aus einer anderen Klinik in Wiesbaden besorgt und nach Frankfurt gebracht werden, wo die OP stattgefunden hat. Ich lag 7 Stunden auf dem Tisch, habe 2,5 Liter Blut verloren, habe einen Schaden des Femoralisnerv und eine extreme Verlängerung des linken Beines davon getragen. Eine Mobilisation konnte erst etwa eine Woche nach der OP erfolgen. Professor Kutzner war dann nicht mehr so freundlich und empathisch, ich hatte den Eindruck, daß ich ihm lästig wurde, da ich seine Statistik kaputt gemacht habe. 2 Wochen nach der Op sollte ich entlassen werden, was in meinem Zustand allerdings noch nicht möglich war. Er riet mir zur Unterbringung in einer Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim, da ich mich alleine nicht versorgen konnte. Zum Glück hatten die Stationsärzte der Klinik Mitleid mit mir und ich durfte insgesamt 4 Wochen in der Klinik bleiben, bis die stationäre Reha begann, in der ich 5 Wochen behandelt wurde. Am Entlassungstag verabschiedete sich Professor Kutzner mit den Worten "und dann kommen sie im Anschluss an die Reha in meine Praxis, dann besprechen wir die zweite OP. Ich weiß ja jetzt, wie es geht". Keine Ahnung, ob das lustig sein sollte, ich empfand das eher nicht so. Ich vermute, daß sich Professor Kutzner nicht ausreichend auf meine OP vorbereitet hat. Es handelte sich durch meine Vorgeschichte nicht um einen Standard Gelenkaustausch. Bei der Suche nach einem Operateur für meine zweite Hüfte wurde ich auch von einem Arzt abgelehnt, da die Klinik, in der er operiert nicht für einen schwierigen Fall wie mich ausgestattet sei. Dies habe ich dem Arzt hoch angerechnet. Vielleicht hätte dies Professor Kutzner auch in Erwägung ziehen sollen. Das Resultat, mit dem ich jetzt leben muss sind ein stark verlängertes Bein, andauernde Schädigung des Femoralisnerv und starke Einschränkungen im Alltag und im Beruf. Verdienstausfall durch lange Arbeitsunfähigkeit kam noch hinzu. Eine Prüfung auf einen Kunstfehler und auch ein Antrag auf Erhöhung meines Schwerbehindertengrades wurden abgelehnt. Herzlichen Dank für dieses lebensverändernde Ergebnis! Übrigens wurde die andere Hüfte mittlerweile in einer anderen Klinik operiert und ist sehr gut gelungen.