Etienne Faible
12. June 2026
Vor einigen Jahren war ich in der Vogtland-Klinik zu Reha wegen einer Kardioerkrankung/Nephroligischer Diagnose und diversen Bandscheibenvorfällen. Nachdem ich einmal in Schönberg, Bad Steben und einmal in Bad Gögging einen Reha-Aufenthalt hatte, kann ich resümieren, dass Bad Elster mit Abstand der schönste Aufenthalt war. Die Jugendstil-Therme und das wunderbare Theater, dazu die herrliche Umgebung haben bislang meinen schönsten Reha-Aufenthalt gebracht. Sowohl Ärzte als auch Therapiepersonal und Servicepersonal waren in Bad Elster ausgesprochen nett, kompetent, herzlich und Wünschen aufgeschlossen. Das Personal im Nordschwarzwald war fast ausnahmslos nicht besonders freundlich, teilweise sogar recht pampig, von einer Herzlichkeit der Badenser ganz zu schweigen. Als ich am Beginn nach einem Zimmer mit Balkon fragte, bekam ich zur Antwort, Balkonzimmer werden i.d.R. NUR an Frauen gegeben, da die ja angeblich häufiger kleine Wäsche waschen und auf dem Balkon trocknen wollen, was eine ausgesprochen, sexistische Diskriminierung ist. Ein Beispiel: In der Vogtland-Klinik saß man stets an seinem zugewiesenen Stammplatz im Restaurant und wurde bedient. In Schömberg musste man sich, mit seinem Tablett zu jeder Mahlzeit einen freien Platz suchen und saß dann stets bei fremden Leuten. In Bad Elster ergaben sich am Vierertisch sehr nette Gespräche und wir legten unsere Mahlzeiten so, dass wir gemeinsam zu Tisch gingen. Am zweiten Abend bat ich um etwas Senf für das kalte Abendbrot und anstelle des Früchte/Pfefferminztees bat ich um schwarzen Tee. Das war kein Problem und vier Wochen lagen jeden Abend mehrere Senfpackungen neben meinem Teller und das nette Servicepersonal brachte mir stets schwarzen Tee. In den ersten Tagen habe ich etliche Tafel "Merci-Vielfalt" verteilt und gleich nach der Ankunft einen 50 Euro-Schein in die Trinkgeldkasse an der Rezeption gesteckt. (Meine Oma brachte uns bei, Trinkgeld und etwaige Geschenke VOR dem Aufenthalt zu geben, stets mit Erfolg). Daraufhin durfte ich mir ein Zimmer auswählen und konnte auch meine Therapiezeiten einige Male angleichen, um nicht stundenlangen Leerlauf zu haben bzw. Nachmittags früher fertig zu sein. Mit ein paar netten Worten und einer kleinen Aufmerksamkeit waren die Sachsen wirklich außerordentlich zuvorkommend und herzlich. In Schömberg war davon keine Rede, Trinkgeld und kleines Dankeschön vorher, brachten keinen Erfolg. In Bad Gögging war die Sachlage anders, denn es war eine "Kur-Maßnahme" speziell für Siemens-Mitarbeiter die bei der Siemens Betriebskrankenkasse versichert und schwerbehindert sind. Außerdem hatte ich als Franke in Bayern sozusagen Heimvorteil. Aber bei drei Reha Aufenthalten der DRV war Bad Elster wirklich absolute Spitzenklasse und ich würde den Ort sofort wieder auswählen. Ich verbrachte fast jeden Abend schöne Stunden in der wunderbaren Jugendstil-Therme oder war im Theater. Beide Dinge gab es z.B. in Schömberg überhaupt nicht. Einzig eine kleine Sauna besaß die Reha-Klinik und ich machte alleine Wanderungen und Spaziergänge. Nachdem man in Schömberg keine Tischnachbarn hatte, war es dort sehr schwer, etwas Anschluss zu finden, was in Bad Elster überhaupt kein Problem war. Glücklicherweise kann ich mich sehr gut alleine beschäftigen, aber ein wenig Kontakt zu anderen Gästen ist dennoch sehr schön. In Bad Elster hatte ich mein Auto dabei und benötigte es kaum. P.S. Leider ist mir der Name der außergewöhnlich herzlichen und super kompetenten Kardiologin entfallen. Am Schluss überreichte ich der Dame eine Packung hochwertigerer Pralinen, als Dank für ihre Freundlichkeit, Herzlichkeit und Kompetenz. Anscheinend tun das erstaunlicherweise kaum Patienten. Dabei ist es sehr wichtig, Lob und Anerkennung zu zollen. Notabene: Einzig der Abbruch des historischen Hotels "Wettiner Hof" aus der Kaiserzeit brachte mich als Denkmalschützer und historisch Interessierten doch etwas zum Nachdenken. Aber das hatte ja primär nichts mit dem Reha Aufenthalt in Bad Elster zu tun. Aus dem früheren Palast-Hotel hätte sich mit Sicherheit ein Sahnestück machen lassen.