Samuela Gerstel
30. April 2026
Meine Aufenthalte waren circa 2012/2013. Ich habe ein absolutes Trauma von dieser Klinik. Wenn ich an die Zeit dort zurückdenke, bekomme ich Panik. 1. Aufenthalt (geplant 26 Wochen, tatsächlich nach 6 wochen gegangen): eine Gruppe Osteuropäer dealten jeden Tag unbehelligt mit Heroin. Es waren alle 35er. Die Therapeuten wussten das genau! Ich wurde rückfällig weil ich zu schwach war. Es war meine zweite Woche dort und direkt wurde mir eine volle spritze mit H ins Zimmer gebracht. Nachdem ich völlig fertig nur noch da lag wurde ich se*uell von dem Dealer belästigt. Bis heute weiß ich nichts mehr von der Nacht. Habe ein paar Tage später in der Gruppe den Rückfall aufgemacht. Ich wurde nach Steimel verlegt in die Frauengruppe, wo ich nach wenigen Tagen das Weite gesucht habe weil ich unendlich entzügig war von dem Konsum in Wied und ich den Suchtdruck nicht ertragen habe. Die dealer sind teilweise geblieben. In den 6 Wochen wurde 4(!!!) Mal mein bezugstherapeut gewechselt weil ich denen ne Spur zu "extrem" war. Kurz gesagt sie waren mit meiner Geschichte überfordert und kamen nicht mal auf die Idee mich vielleicht mal an eine geeignetere Klinik zu überweisen. Es war Sommer als ich da war. Wir fuhren an den See. Ich habe mich blöderweise nicht eingecremt. Abends waren meine Beine lila verbrannt und ich hatte Schüttelfrost. Mitpatienten brachten mich in die Ambulanz ubd dort sagte man nur "selber schuld" und half mir nicht. 2. Aufenthalt (halbes Jahr später, geplant 26 Wochen, tatsächlich nach 8 Wochen gegangen): Ich kam an und sollte direkt nach Steimel. Dies verweigerte ich. Durfte dann gnädigerweise in Wied bleiben. Ich hatte keine Entgiftung im Vorwege gehabt, bzw hatte diese nicht durchgehalten. War noch voll auf H und K. Ich war einfach nur froh, lebend dort hingekommen zu sein (wog 39 Kilo, kaum noch Zähne, täglich Krampfanfälle etc). Bei Aufnahme wurde mir Substitut verweigert. Entweder ich mache einen kalten oder ich muss gehen. Ich bin geblieben. Wochenlang keine Medikamente und Entzug. War ich zu schwach fürs Wandern durch den tiefen Schnee kam ich direkt in die Klärungsphase. Meine Therapeutin Frau Schnoor (selber ex Junkie angeblich) sagte mir nach 5 Wochen ich sei untherapierbar und was ich da überhaupt möchte. Während einem Karaokeabend hatte ich wirklich gute Laune. Ganz ohne Drogen. Das passte der ambulanz scheinbar nicht. Anstatt mich wie normalerweise auszurufen, kamen sie in das klinikeigene Café und holten mich vor versammelter Manschaft ab zur Sicht-Uk wegen Verdacht auf Konsum. Ein bisschen unauffälliger wäre mal angebracht gewesen denn so war ich das Gesprächsthema für den rest des abends und die nächsten tage. Übrigens war meine uk sauber aber mein Stolz darüber wurde mir mit den Worten "wer weis wessen urin das war" genommen. Irgendwann "verliebte" ich mich dort. Heute weiß ich dass es nur die Einsamkeit und meine schlechte psychische Verfassung war. Dieser Mann verprügelte mich mit meinem Laptop in meinem Zimmer, zerschmiss mein neues Handy etc. Ich hatte Angst. Ich bin geflüchtet. Nach Köln wieder Drogen genommen. Parallel die Klinik informiert was passiert war. Der Typ kam in die Klärungsphase, durfte letztendlich bleiben und ich sollte meine Sachen abholen kommen. Das war mein Todesurteil. Nur aus einem Wunder heraus habe ich überlebt und bin mittlerweile seit 5 Jahren stabil substituiert und beikonsumfrei. Diese Klinik hat all mein Vertrauen in Therapien etc zerstört. Bis heute kämpfe ich mich lieber alleine durch anstatt auch nur einmal in eine Klinik zu gehen. Es war die Hölle!