Sebastian Nowak
10. May 2025
Dr. Seifert – Die schlechte Laune in weißem Kittel Schon beim Betreten der Praxis spürt man: Hier wird Empathie groß geschrieben – und dann konsequent ignoriert. Ich komme mit Schmerzen, einem Knie wie ein geplatzter Fußball und einer MRT-CD in der Hand. Dr. Seifert wirft einen Blick auf die Scheibe, zieht die Augenbrauen zusammen und sagt: „Ach, die schon wieder.“ Ja, wirklich. Als hätte ich ihm einen Haufen Altpapier statt eines medizinischen Befunds mitgebracht. Er legt die CD ein, klickt lustlos, stöhnt innerlich hörbar. Er analysiert die Bilder mit der Begeisterung eines Beamten fünf Minuten vor Feierabend. „Ja, ist asymmetrisch. Schief halt.“ Ich: „Was heißt das?“ Er: „Da ist was komisch an der Kniescheibe.“ Aha. Danke für diese medizinische Präzision. Sogar mein Toaster erklärt sich besser. Ich frage: „Was kann man dagegen machen?“ Er (mit maximaler Resignation): „Nichts. Vielleicht Ibuprofen. Sport wechseln. Oder gleich lassen.“ Man merkt: Er brennt wirklich für seine Berufung – leider wie ein Teelicht im Orkan. Er verschreibt mir Schlaforthesen (für ein Knieproblem beim Laufen!) und verabschiedet mich mit einem Blick, der sagt: „Warum bist du überhaupt hergekommen?“ Die Pointe? Die Diagnose – Patelladysplasie – habe ich selbst nach dem Termin durch Eigenrecherche herausgefunden. Danke, Internet. Danke, Foren. Danke, Dr. Seifert, für nichts – außer einer kleinen Dosis Desinteresse in Tablettenform.