Désirée Belafatti - Leutwyler
24. November 2025
Nach dem Oberarmbruch meiner 86-jährigen Grosstante hielten wir eine Reha für nötig, da sie allein lebt und ein Orthogilet tragen muss. Leider war der Aufenthalt eine grosse Enttäuschung – sowohl für sie als Grosstante als auch für uns als Angehörige. Positiv war einzig die herzliche Begrüssung durch die Stationsleitung im 2. Stock. Danach stimmte leider gar nichts mehr: • Sechs Tage lang dasselbe Shirt, nur ein Paar Unterhosen, keine einzige Dusche. • Das Mittagessen wurde einfach hingestellt – Fleisch ungeschnitten, Wasserflaschen nicht geöffnet, obwohl sie den Arm nicht belasten darf. • Kein Austausch zwischen Pflege, Arzt und Angehörigen, obwohl wir mehrmals um Kontakt gebeten haben. • Coiffeur und Pedicure wurden zweimal von uns angemeldet, aber nie ausgeführt. • Über den Austrittstermin wurden wir lediglich informiert, ohne Rücksicht auf die nötige Organisation mit der Spitex. • Als mein Mann und ich zu Besuch waren, stellten wir zudem fest, dass ihr das Orthogilet bei der Morgenpflege falsch angelegt wurde – was den gewünschten Effekt der Ruhigstellung des Arms leider zunichtemachte und den Eindruck mangelnder Kompetenzen seitens der Pflege hinterliess. Besonders enttäuschend war auch der Umgang mit dem Termin zur Sozialberatung bezüglich des Austritts. Dieser wurde einfach festgelegt, ohne zu prüfen, ob jemand von den Angehörigen dabei sein sollte – obwohl unsere Grosstante an beginnender Demenz leidet und Begleitung durch uns daher wichtig gewesen wäre. Der Termin wurde uns erst am Vortag um 15:30 Uhr mitgeteilt, was für berufstätige Angehörige kaum zu organisieren ist. Bereits am Montag hatte uns die Grosstante selbst erzählt, dass der Austritt bevorsteht, doch erst am Mittwoch wurde überhaupt Kontakt mit uns aufgenommen – für ein Gespräch, das dann bereits am Donnerstag stattfinden sollte. Während des Gesprächs zeigte sich die zuständige Sozialberatung leider völlig unzugänglich: Sie liess kaum ein Gespräch zu, war sehr fordernd, auf „Zack Zack“ eingestellt und zeigte sich stur, ohne Verständnis für die Situation oder unsere Anliegen. Besonders verletzend war die Aussage, „ja, wenn sie nicht nach Hause kann, muss sie halt in ein Altersheim“ – einfach so an den Kopf geworfen, obwohl unsere Grosstante vor dem Sturz völlig selbständig zu Hause lebte und ihren Alltag problemlos meisterte. Es ist traurig, dass ältere Menschen hier offenbar kaum Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten – genau an einem Ort, wo man eigentlich auf Fürsorge und Zeit hoffen sollte.