Ulrike Kießling
12. April 2026
Ich war vom 17.03. - 07.04.2026 in der Klinik als "Wiederholungstäter" - bereits vor 7 Jahren war ich schon mal hier. Zuerst möchte ich erst mal besonders positiv das sehr nette Personal (Schwestern, Therapeuten und Sporttherapeuten) erwähnen. Alle waren immer sehr freundlich und hilfsbereit! Desweiteren möchte ich mich bedanken, dass ich bei meinem zweiten Aufenthalt ein ganz tolles modernes Zimmer mit Balkon im Neubau erhalten habe, welches erheblich zu meinem Wohlbefinden beigetragen hat. Durch die Osterfeiertage hatte ich während der 3-wöchigen Reha leider effektiv nur 12 Tage Anwendungen und Sporttherapien. Wassergymnastik wird leider nicht mehr angeboten, was ich sehr schade finde, da dies gerade für Patienten mit Lip-/Lymphödem sehr gut ist. Ich hätte eine Verlängerung bekommen können, aber wollte diese nicht annehmen. Und hier komme ich zu den weniger postiven Eindrücken. Es gibt offensichtlich immer mehr Patienten, die diese Rehas als kostenlosen Urlaub sehen (O-Ton einer Patientin "ich kann mit keinen Urlaub leisten, da schaue ich, dass ich alle 2 Jahren 5 Wochen auf Reha gehe"). Oder andere Patienten, deren einziges Ziel es zu sein scheint, weiterhin arbeitsunfähig zu bleiben, um so weiterhin Bürgergeld oder Erwerbsminderungsrente zu bekommen. Ich habe wirklich nur wenige getroffen, die mir erklärt haben, dass ihnen 3 Wochen Reha genügen und sie dann ja auch wieder arbeiten müssen bzw. wollen. Man bekommt hier dann Vorträge, wie man sich richtig ernähren soll und sich auch bewegen soll, dann sieht man, wie die Leute sofort nach dem Vortrag den Aufzug nehmen anstatt Treppen zu laufen und sich beim Abendessen oder beim Frühstück den Teller voll schlichten. Es hätte mir deshalb psychisch einfach geschadet, den Aufenthalt noch zu verlängern. Was ich auch leider bemängeln möchte ich die Verpflegung. Am Anfang dachte ich, ich bin alleine mit meiner Meinung, aber dann haben auch andere gemeint, dass es einfach viel zu wenig Abwechslung gibt, beim Mittagessen nur 2 Gerichte zur Auswahl stehen und beim Frühstück und Abendessen Wurst und Käse nicht deklariert wurden (was ist das für Käse/Wurst, wieviel Prozent Fettgehalt haben diese usw.). Dann gab es kein Buffet, sondern man musste sich in einer Schlange anstellen und dann "unter Druck" (die anderen Patienten hinter einem warteten ja schon darauf, dass sie dran kommen) schnell für etwas entscheiden. Ich kenne durchaus Rehakliniken, bei denen man sich selbst am Buffet bedienen darf - auch nach der Coronazeit! Ansonsten muss man wirklich wissen, dass die Klinik wirklich in einer absoluten Einöde liegt - sehr gut zum runterkommen und entspannen, aber eben auch für kleine Ausflüge in ein Café oder Geschäft ohne Auto unmöglich. Die nächste Tankstelle ist in Rheinsberg, bei den aktuellen Spritpreisen ist dies eine einfache Fahrt von ca. 20 Minuten echt teuer (es befindet sich derzeit eine Baustelle im Ort, weshalb man sehr umständlich durch holpriges Gelände fahren muss um zur Tankstelle zu kommen). Eine weitere unangenehme "Überraschung" war für mich, dass die Bandagen in 3 Wochen Aufenthalt nur einmal gewaschen wurden, was für mich mehr als unhygienisch war. Noch schlimmer war aber, dass eine Art Schaumstoff, der direkt auf der nackten Haut am Oberschenkel bis rauf zum Intimbereich gewickelt war, gar nicht gewaschen oder gewechselt wurde. Sogenannte Überstülper mussten vom Patienten selbst gewaschen werden. Bei den Wickelmaschinen für die Bandagen sollten Desinfektionstücher stehen, diese waren leider häufig leer. Positiv möchte ich noch erwähnen, dass der Parkplatz für Patienten kostenlos war und ebenso das WLAN (ging zwar langsam, war aber ausreichend). Fernsehnutzung hat pro Tag 1,30€ gekostet. Alles in allem ist das nette Personal das große Plus der Klinik! Wer viele Ruhe sucht ist hier ebenfalls bestens aufgehoben.