Mike Ehrlich
28. April 2026
Die Chiemgau Klinik in Marquartstein ist - schon aufgrund ihrer fantastischen Lage - der ideale Ort, um seinem Körper mal wieder etwas zurückzugeben. Hier wird vorwiegend orthopädisch, aber auch psychosomatisch behandelt. Auch sogenannte VOR Maßnahmen - d. h. eine orthopädische Basis mit 2 - 3 Gesprächen bei einem Psychologen - sind hier möglich. Wer das Gebäude von außen sieht, der könnte den Eindruck gewinnen, dass die Klinik schon arg in die Jahre gekommen ist. Ich war positiv überrascht, als ich das Gebäude betrat und einen sehr hellen, modernen Empfangsbereich vorfand. Hinzu kam eine äußerst freundliche und herzliche Begrüßung, die einem sofort den ersten Stress nahm. Die Klinik verfügt über ein A und ein B Haus, welche beide über ein unterirdisches Tunnelsystem verbunden sind. Das ist dann ganz praktisch, wenn am Abend der Haupteingangsbereich um 22 Uhr geschlossen wird und man noch einmal rüber zum kleinen Bistro möchte. Der Haupteingang ist zwar aufgrund der Brandsanierung auch nach 22 Uhr noch geöffnet, aber man gelangt nicht mehr ins B-Haus. Dort findet sich ein kleines Bistro mit 2 Warenautomaten und einem Wasserspender und einem wirklich guten Kaffeeautomaten der Fa. Gaccia. Aktuell ist das Gerät leider nicht gut eingestellt, was den Kaffee sehr dünn wirken lässt. Auch im Speisesaal der Klinik finden sich insgesamt 3 Kaffeeautomaten, die allerdings im laufenden Betrieb mehr nachheizen, wie Kaffee ausgeben. Gute 3 - 5 min. Aufheizzeit waren hier keine Seltenheit. Für den Hochbetrieb am Morgen unbrauchbar, da die Essenszeiten aufgrund anstehender Termine ohnehin schon eng getaktet sind. Es besteht freie Tischwahl - für Psychosomatik Patienten definitiv ein Horror! Diese Menschen brauchen Strukturen und Sicherheit. Beides ist nicht gegeben, wenn man jeden Tag nach einem freien Platz Ausschau halten muss und wohlmöglich an einen Tisch mit Patienten gerät, für die eine psychosomatische Störung ein absolutes Fremdwort ist. Der Speisesaal ist hell und freundlich, aber auch sehr hellhörig. Die Außenterrasse mit Gratis Vogelkonzert ist da manchmal der letzte Ausweg und eine gute Alternative. Das Küchenpersonal ist freundlich aber auch sehr bestimmend im Handeln. Da werden Teller schon zügig vorbereitet, so dass es zu unschönen Diskussionen kommt, wenn man ärztlich verordnet wenig oder besser keine Kartoffeln essn soll. Diese Empfehlung landet leider nicht in der Küche! Ein kleiner Nachschlag von dem Gemüse ist ebenfalls meist nicht möglich. Begründung: Man kann noch nicht absehen, ob es dann noch für alle reicht. Das Gemüse fand man dann abends in Form von ziemlich ausgefallenen Salatvariationen wieder. Manch' einer hätte so gerne Rote Beete gegessen - aber bitte pur - und nicht mit den übergebliebenen Möhren oder den Bohnen vom Mittagstisch bestückt, die man dann aufwendig entfernen muss. Wird man vom Ehepartner begleitet, zahlt dieser 9 € für das Frühstück, 15 € für das Mittagessen und 7 € für das Abendbrot. Das Essen war an manchen Tagen ganz gut, aber zu keinem Zeitpunkt 15 € wert. Die Küche erhält Unterstützung vom Zulieferanten TransGourmet. Es gibt nicht immer ein Dessert, was auch nicht weiter stört, aber bitte bleibt bei der selbstgemachten Quarkspeise, statt mit Stickstoff aufgeschlagene und mit Aspartam versetzte Fertigdesserts der Fa. Ehrmann anzubieten! Zum Thema Nord- und Südseite sei so viel gesagt... Die Nordseite bietet einen genauso schönen Ausblick, liegt aber an der Zufahrtsstr. der Klinik, womit die Nacht ab 6 Uhr Geschichte ist. Waren Anlieferung bei laufendem Motor - Intercooler - und die ständige Anfahrt des ganzen Personals verkürzt die Nacht auf der Nordseite deutlich! Den Fahrstuhl direkt naben meinem Zimmer habe ich dagegen, wie auch Geräusche von Nebenzimmern nicht gehört. Das Burg Café und auch das Chiemgau Stüberl sind eine echte Empfehlung von mir und ein "Muss", wenn man die Waage zuvor manipuliert hat. Ich habe mich Dank der sehr netten und gut geschulten Physiologen und des übrigen Personals sehr gut erholen können und komme auch gerne noch einmal wieder.