Sarah Z
04. June 2026
Ich möchte vorab betonen, dass ich das Team der Schwestern insgesamt als sehr freundlich und hilfsbereit erlebe. Gerade im oft stressigen Praxisalltag bleiben viele von ihnen bemerkenswert geduldig und zugewandt. Es gab lediglich vereinzelte Situationen, in denen – vermutlich stressbedingt – etwas unfreundliche oder patzige Antworten fielen. Grundsätzlich habe ich aber großen Respekt vor der Arbeit des Teams und empfinde das Personal in der Praxis als sehr engagiert und zugewandt. Was mich jedoch zunehmend sehr enttäuscht, ist die Entwicklung der Praxisorganisation. Ich bin seit vielen Jahren Patientin in dieser Praxis und habe mich ursprünglich sehr gut aufgehoben gefühlt. Mittlerweile entsteht jedoch leider immer mehr der Eindruck, dass schlichtweg zu viele Patientinnen und Patienten aufgenommen wurden – deutlich mehr, als die Kapazitäten eigentlich zulassen. Das führt dazu, dass es kaum noch möglich ist, zeitnah einen Termin bei der eigenen Bezugsärztin zu bekommen – selbst bei akuten Anliegen. Das finde ich gerade in einer Hausarztpraxis sehr problematisch, zumal dort ja eigentlich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und langfristig gepflegt werden sollte. Stattdessen wirkt es inzwischen oft wie eine reine „Wechselveranstaltung“ – jedes Mal sitzt man bei einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt und muss sämtliche Beschwerden, Krankheitsverläufe und Besonderheiten immer wieder von vorne erklären. Das empfinde ich nicht nur als extrem belastend, sondern es erschwert auch eine wirklich gute und professionelle Behandlung, weil wichtige Zusammenhänge oder persönliche Krankheitsverläufe schnell verloren gehen. Früher wirkten sowohl die Ärztinnen und Ärzte als auch das gesamte Praxisteam deutlich entspannter, ausgeglichener und hatten spürbar mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Mir ist trotz der Kritik bewusst, dass der Praxisalltag anspruchsvoll ist und sich Vieles nicht immer leicht steuern lässt. Am Schluss noch ein besonder Dank an die leitende MfA: immer freundlich (durchweg!) und sie zaubert immer Lösungen herbei. - Nachtrag: Ich muss noch einen Stern abziehen. Mittlerweile befinden wir uns in der Mitte des Jahres 2026 und die organisatorische Situation der Praxis hat sich aus meiner Sicht leider weiter verschlechtert. Es kommt weiterhin zu häufigen personellen Wechseln bei den Ärztinnen und Ärzten. Inzwischen besteht zudem ständig bei mir Sorge, dass auch die derzeit behandelnde Vertretungsärztin meiner Hausärztin die Praxis verlassen könnte. Ich bin jedoch in der Praxis auch arg geprägt durch wechselnde Behandler:innen (während Abwesenheitszeiten zB meiner ehemaligen Hausarztin) mit unterschiedlichen Behandlungsansätzen und Feingefühl oder/und Empathie. Ich musste dort Vieles erleben. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich mir erstrecht Beständigkeit wünsche. Eine/n Hausarzt/Hausarztin sucht man sich (FÜR SICH)nach bestimmten Kriterien aus. - Mir ist aber bewusst , dass hier ein generelles Problem im Gesundheitssystem herrscht. Die Situation kann nicht nur der Praxis zugeschrieben werden. Meine Bewertung zur Praxis ändert sich dadurch natürlich nicht, ABER es ist ein Vorzeigexemplar für alles, was bei uns im Gesundheitswesen falsch läuft. Beispiel: Ich warte seit 2 1/2 Jahren auf einen Termin bei Therapeut/innen ,die mir auch nach dem Erstgespräch noch sagen, dass sie Termine freihaben und nicht nur bis Ende des Erstgespräches (soooo zermürbend), weil sie in der Aussichtslosigkeit der Kapazitäten gesetzlich zu Erstgesprächen (!) (auch ohne Anschlusstermine) VERPFLICHTET sind. Wie sollen Therapeut:innen das leisten, wenn auch Ihnen die Kapazitäten fehlen. Bühne frei für : Die Ärzte, die Ämter und ALLE anderen, die MICH als letztes Glied in der Kette ständig verdutzt (& vorwurfsvoll) fragen: "Warum haben Sie keine Psychotherapie😡? Wie oft telefonieren Sie denn!?" Sodenn Bühne frei für: Die Patienten der Hausarztpraxis an die vorletzten Glieder der Kette, die Ärzt:innen: "Warum gibt es keine Termine????????? Wo ist die Orga?"🥲 Selbes Theaterstück, nur die Akteure sind andere.